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9. Solinger Countrynight

Am 14.11.2009 versammelten sich rund 350 Fans guter Live-Musik im Saal der Gaststätte Meis in Solingen aus Anlass der 9. Solinger Countrynight. Ausrichter war wie immer die Honky Tonk Gang, die auch in diesem Jahr ein Motto für ihre Veranstaltung gewählt hatte. Dieses Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Country meets Rock´n Roll“ und daher teilten sich die musikalische Arbeit an diesem Abend die Old Country Folks für den Bereich Country und die Hickory Cats für die Rock´n Roll Abteilung.

Nach der pünktlichen Eröffnung um 20:00 und der Begrüßung der Vertreter der befreundeten Clubs starteten die Old Country Folks mit dem ersten Set in den Abend. Sechs ältere Herren bevölkerten die Bühne - ob daher auch der Bandname entstammt, konnte nicht geklärt werden. Diese Herren nahmen ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika, von Nord nach Süd, von West nach Ost und bieten dabei handgemachte Musik zum Anfassen. So vielfältig wie die Stilrichtungen sind die verwendeten Instrumente. Neben den E-Gitarren, Bass und Schlagzeug, die für den nötigen Drive sorgen, kommen viele traditionelle Instrumente, wie Fiddle, Harp, Banjo, Mandoline und Akkordeon zum Einsatz. Der mehrstimmige Gesang unterstreicht den typischen Country-Sound.
Old Country Folks
Das Repertoire der Old Country Folks umfasst Klassiker der Altmeister Johnny Cash, Bill Monroe und Elvis Presley sowie moderne Country-Songs von Musikern wie Marty Stuart, Mark Knopfler und John Fogerty - aber auch Songs aus eigener Feder. So gerüstet war es ein leichtes, die 45 Minuten des ersten Sets musikalisch zu gestalten.

Nach einer kurzen Umbaupause von knapp 10 Minuten wechselte dann das musikalische Genre von Country auf Rockabilly mit den Hickory Cats. Den Sound der Ctas beschreibt man am ehesten mit Own Style Rock’n’Roll. Druckvoll rockige, bis jazzig swingende Saxophone Einlagen und markante Riffs aus der Gitarren- und Bassfront garnieren hierbei maßgebend das Klangbild. Zwar mögen gewisse klangliche Parallelen zu Rockabilly-, Rock’n’Roll- und Country-Größen wie Brian Setzer, Johnny Cash, Eddie Cochran Buddy Holly, Elvis oder Billy Haley bestehen, dennoch orientiert sich die Band keinesfalls an diesen.

Vielmehr ist es die gekonnt zelebrierte Eigenkreation „Own Style Rock’n’Roll“, die mit der Mischung diverser Musikrichtungen, zu Recht nicht in die Schubladen der Musikindustrie passen will. Fest steht, dass der faszinierende Sound mit dem unverwechselbaren Mix aus Rock’n’Roll, Jazz, Blues und Country seinesgleichen sucht – nicht zuletzt auch durch die spannungsgeladene Live-Show, die das Publikum neben ausgefallenen Arrangements mit einer heutzutage nicht mehr selbstverständlichen musikalischen Professionalität in ihren Bann zieht. Auch den Cats fiel es somit nicht schwer, die 45 Minuten des Sets zu füllen.
Hickory Cats
Die Idee der Honky Tonk Gang, durch verschiedene Stilrichtungen ein möglichst breites Publikum anzusprechen, ging auf. Die Fans im Saal honorierten die Leistungen beider Bands mit guter Stimmung und gut gefüllter Tanzfläche.

Abwechselnd ging es nun wieder weiter mit der zweiten Runde der Old Country Folks, die es geschickt anstellten, Ihre mitgebrachten und käuflich zu erwerbenden Tonträger anzupreisen. Einfach den Titel „Get our Music“ spielen und den entsprechenden Hinweis nicht vergessen.

Auch festzustellen war, dass die Jungs eine Schwäche für Songs zum Thema Zug haben - ein Sponsoring durch die Deutsche Bahn würde da sicherlich nicht ausgeschlagen werden. Nach 45 Minuten Country übergaben die Jungs vom Niederrhein wieder an die Hickory Cats. Mit dem ersten Song im Set „Hey good lookin´ “ wollten die 6 Jungs auf der Bühne ein Kompliment an die anwesenden Ladies aussprechen - offen bleibt, ob sich eine spezielle Dame angesprochen fühlen durfte. Mit Songs wie Cherokee Boogie und Route 66 gelang wieder die Brücke zum Themenbereich Country.

Obwohl die Uhr erst halb Zwölf anzeigte brachten die Old Country Folks bereits die „Ghostriders“ zu Gehör – natürlich zeigten sich keine Gespenster im Saal, doch die ersten Gäste ergreifen die Flucht und verlassen die Veranstaltung. Selber Schuld, denn mit „Orange blossom special“ schoben die Herren wieder einen Song aus Ihrem Spezialgebiet nach - und wie gesagt: Die Kerle stehen halt auf Songs zum Thema Züge. Dennoch war der letzte Song des Abends ein Klassiker: “Can the circle be unbroken“ beendete um 0:20 die Darbietungen der Jungs vom Niederrhein.
Publikum in Action
Nach einer letzen kleinen Umbaupause legten die Hicory Cats noch mal einen nach. Mit einem verkürzten Set – eigentlich war keines mehr geplant – zogen die sechs Vollblutmusiker noch einmal alle Register ihres Könnens. Bei Songs wie „King of the road“ oder „Jambalaya“ war die Stimmung trotz der aufgetretenen Lücken in den Tischreihen auf einem Höhepunkt. Wollten die Jungs aber nach „Jambalaya“ von der Bühne abtreten, machten sie die Rechnung ohne die begeisterten Gäste im Saal. Diese forderten lautstark nach einer Zugabe. Zu diesem Zweck kam der Song „The Wanderer“ zu Gehör, bei dem sich 50 Prozent der Cats auf die Wanderung in den Saal begaben.

Auch hier war die Begierde der noch Anwesenden nicht gestillt und man verständigte sich auf einen weiteren Song mit etwas eingeschränktem Text in Anbetracht der vorgerückten Stunde: Tequila ! Nun sollte eigentlich Feierabend sein und jeder sich in Richtung heimisches Bett auf den Weg machen, aber wie sollte es anders sein, ein allerletzter Song musste noch sein. Mit „Come on everybody“ mobilisierten die 6 Jungs noch einmal alle Reserven um dann endgültig um 01:15 die PA-Anlage abzuschalten und allen noch einen guten „Nach-Hause-Weg“ zu wünschen.

Alles in allem ist auch diese 9. Solinger Countrynight wieder eine rundum gelungene Veranstaltung gewesen. Ein Dankeschön an die Honky Tonks für die Arbeit und ihren Einsatz für Country live in Germany.

© 12.2009 Michael Förschges für CM NET

Infos zu den Bands und zum Verein findet Ihre im Netz unter:
http://www.honky-tonk-gang.de
http://www.oldcountryfolks.de
http://www.hickorycats.de
 

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