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Lulu’s Bericht Country Music Messe Nürnberg 2009 - Samstag, 07.11.09
Samstag, 07.11.2009 - =>Sonntag, 08.11.2009 - => Galerie Thorsten F. Fabian

Nach einer entspannten Fahrt am Freitag von der Ostsee bis nach Nürnberg, die wir in gut 9 Stunden mit bis unters Dach vollgepackter Technik und Gepäck angetreten hatten, kamen wir gegen 17 Uhr an der Meistersingerhalle an. Grosses "Hallo" der bereits anwesenden Händler, die wir bereits aus den Vorjahren und der Messe Berlin kannten, und die dabei waren, ihre Stände zusammenzubauen. Auch das Veranstalterteam wieselte zwischen den Kisten, Boxen und Kabeln hin und her um Fragen zu beantworten, kleine Probleme zu lösen oder einfach um ein wenig zu plaudern. Für viel Gesprächsstoff sorgte auch unsere neue Acrylwand für das Drumset, vom Wurfschutz für fliegende Sticks war die Rede, oder vom Spuckschutz für die Mitmusiker. Gegen 22 Uhr dann noch letzte Monitortests und Linecheck und der Samstag konnte kommen.

Team von CM NET - © Foto Thorsten F. Fabian

11:00 Uhr - Swinging Doors

DJ Bronko vom CM24 Radio war kurz vor Beginn des ersten Livegigs etwas ratlos, habt ihr die Swinging Doors schon gesehen, haben die sich schon bei euch genmeldet? Wäre schlimm wenn nicht. Denn Swinging Doors - eine unplugged Version der CROSSROAD Country Music Band aus dem Norden - sind gleichzeitig das CM NET Team, welches für den Soundmix und die Betreuung der Bühne zuständig war.

Swinging Doors besteht aus Papa Achim Rudolph, der Bandleader und Gründer auf der Leadgitarre und Gesang; Mama Lulu Rudolph, die Sängerin, Sohn Ben Rudolph an der Rhythmus Gitarre und Gesang und Nesthäkchen Stephan Rudolph zugleich am Schlagzeug, Baß Gitarre und Gesang. Die Zuschauer waren erstaunt, es war alles live gespielt, hörten fünf Musiker am Werk, aber sahen nur vier Musiker auf der Bühne. Einmal mehr verblüffte unser Multitalent Stephan mit seiner Fähigkeit, Bass und Drums gleichzeitig zu spielen. Eine schöne Eröffnungsnummer zur frühen Stunde. Wir hatten viel Spaß auf der Bühne und auch die bereits zahlreich vor der Bühne vorhandenen Messebesucher wurden auf den folgenden Tag eingestimmt.

Swinging Doors


Stephan verblüfft als Bassist und Drummer gleichzeitig


© Foto Frank Distler, bilderkarton de

12:00 Uhr - Travis Truitt & Friends

Travis Truitt betrat die Bühne, geboren in Independence / Kansas USA und aufgewachsen in Neodesha, Kansas, in einer musikalischen Familie. Zur Verstärkung brachte er seine “friends” mit am Drumset, am Baß und an der Leadgitarre. Die Band spielte ein gut ausgesuchtes Repertoire von traditioneller Country Music und vermittelte ein wenig den Flair von amerikanischen Honky Tonks und Music Clubs.

13:00 Uhr - Andreas Oscar

Auch Andreas Oskar hatten wir bereits auf vergangenen Messen kennengelernt. Er kam alleine mit seiner Gitarre und Halbplaybacks. Als Opener brachte er "One Night At A Time", ein besinnliches Lied, in dem seine schöne Stimme so richtig zur Geltung kommt. Weitere Songs wie z.B. "Brother Jukebox" folgten, eine kurzweilige halbe Stunde mit einem guten Sänger. An der Bühne nach dem dem Auftritt waren es eine Menge Fans die seine CDs kauften, Autogramme entgegennahmen und sich mit ihm fortografieren liessen.

Andreas Oskar

Foto Frank Distler, bilderkarton de

14:00 Uhr - Gitty

Sie gab ihr Playback an Achim am Mischpult und der machte nur einen kurzen Linecheck, auch sie kannten wir bereits vom Vorjahr. Manchmal merkte man ihr die Erkältung an, welche ein freies Singen nicht so einfach macht, ich weiss, wovon ich da rede. Aber mit viel Routine meisterte sie auch die höchsten Töne.

15:00 Uhr - Henry Eye

Wer kommt denn da?? Ein sehr bekanntes Gesicht, aber so dünn?? dachte ich. Ja, wie Henry bestätigte, er hatte einiges an Kilos abgespeckt. Aber dieses Lächeln, das kann ja nur Henry Eye sein. Er kam mit seiner Rhythmus Gitarre, Stage-Piano und dem unvermeidlichen Merchandising Karton auf die Bühne. Er hatte dieses Mal sogar eine technische Crew dabei. Erstaunlicherweise strömten die Fans direkt vor die Bühne. Mal überlegen, viele mögen nicht nur seine Musik, sondern freuten sich auch schon auf die CDs, die er an die Fans ins Publikum wirft. Ich habe dieses Mal sogar eine CD abbekommen. Man merkt Henry seine Professionalität an und er wechselte Songs von früheren CDs mit neuen Produktionen. Er kommt an und zeigt immer vollen Einsatz, die Fans mögen das..

16:00 Uhr - Jolina Carl

Ich kam gerade von Draußen um frische Luft zu schnappen. Mit Erstaunen stellte ich fest, die Halle vor der Bühne war schon mit Country Fans gefüllt. Dann kam Jolina Carl auf die Bühne . Sie war dieses Mal auf der Bühne, um “Little Elephant Records” zu repräsentieren und kündigte an, sie wird aus ihrer neuen CD, die am heutigen Tag erschienen war, Lieder auf Englisch und Deutsch singen. Als kleine Einleitung erzählte sie die Geschichte, wie sie Iris Paech an gleicher Stelle vor einem Jahr kennenlernte und für ihr Label LER ein Album aufnehmen sollte.

Sie fängt mit "I Love It To Love You" an, mit ihrer angenehmen aussagekräftigen Stimme. Die Halle wurde noch voller. Ihre CD hörte ich schon zu Hause, aber live gesungen ist es natürlich noch schöner. Ich fühlte mich richtig angesprochen. Sie erklärte, warum sie als nächsten Country Song auf deutsch singen wird: "Meine Oma fand die Melodien meiner Lieder sehr schön, aber sie verstand kein Wort von was ich ihr erzählte. Daher singe ich auch auf deutsch, damit meine Oma mich versteht." Ich dachte nur "gutes Kind". Mit "Country auf gut Deutsch" sang sie weiter. Toller Titel. Ihr nächstes Lied ist eine Ballade "Just One Second", über ein Kind, das mit Bauklötzen spielt, sekundenschnell kippen diese gestappelten Bauklötze um. Sowas passierte nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen. Dann fing sie an zu singen, voller Gefühle. Ich kletterte mal wieder auf meinen Stuhl, damit ich sie sehen kann. Zum erstenmal heute, daß ich überhaupt Gänsehaut bekommen habe, so intensiv ist der Funke dieses Liedes auf mich übergesprungen. Jolina sang hingebungsvoll, so, daß sogar klitze-kleine Aussetzer nicht zu merken war. Fast unbemerkt tauschte Achim das Mikrofon aus und weiter ging’s. "Wenn uns’re Liebe noch lebt" "Can't Stay Anymore" folgten danach. Meine müden Knien konnten nicht anderes als mit dem Rhythmus mitzuwippen. Die Tanzfläche war voll mit tanzbegeisterten Line Dancers. Hammermässiger Auftritt würde der bekannte Juror einer Fernseh Casting Show bei RTL sagen und ich sag es diesmal auch ...

Jolina Carl

© music eagle

17:00 Uhr - Ulli Möhring

Ulli hat schon eine lange musikalische Karriere hinter sich. In den 80er Jahre tingelte er z.B: als Akkustikduo zusammen mit Hermann Lammers-Meyer durch Deutschland. Hermann entschied sich alleine weiter zu machen. Von da an, machte Ulli seine eigene Sache. Er war wohl geradewegs angekommen und aus seinem Auto gestiegen "Wenn meine Autobahnfinger es nach 6 1/2 Stunden Fahrt es zulassen, werde ich als erstes ein Instrumentalstück spielen" sagte er zu Achim am Mischpult. Es ist ihm auch gelungen, gefolgt vom ebenfalls Instrumental "Lady Madonna", einem alten Beatles Titel. Dann kam "Memories", und einige Titel seiner neuen CD “T.U.N”. "Das Leben Neu Entdeckt" sang er danach, die er mit einem Steeler aus den USA aufgenommen hat. Dieses Jahr ist sein erfolgreichstes Jahr meinte er und freut sich riesig darüber. Dann sang er "T. U. N.", seiner Meinung nach die zickigste CD überhaupt. "Heart in San Antone" folgte - es hat 3 einhalb Jahre gedauert, erzählt er, dieses Lied mit einem Amerikaner zu produzieren, eine lange Geschichte aber ein toller Song. Er muß mit Vollplayback spielen weil sein amerikanischen Duett Partner, kein geringerer als Ray Benson von der Gruppe “Asleep At The Wheel” nicht anwesend ist (-;. Dieses Lied soll erst nächstes Jahr veröffentlicht werden. Zum Abschluß sang er seinen Dank an "Das Publikum". Wie immer ein aussergewöhnlicher Auftritt eines aussergewöhnlichen Songwriters und Sängers.

18:00 Uhr - Pyromantics

Auf der Bühne kam nur ein Musiker. Was war passiert? Er erklärte: "Eigentlich soll meine ganze Band heute hier erscheinen, aber unsere Leadgitarrist ist krank - er hat einen Migräneanfall. Aber ich habe das Bandbild mitgebracht genauso unsere CD, von der wir einige Songs hier hören werden. Vor jedem Lied erzählte er bißchen über den Autor oder Texter. Mutig und ungewöhnlich!

19:00 Uhr - Die Glorreichen Zwei

Eine ungewöhnliches Country-Duo, Claudia und Dirk Pawelka waren der nächste Act.Ungewöhnlich, warum? Weil er Trompete spielt. Sie sang traditionelle Country Musik und spielte Rhythmus Gitarre. Achim startet das Halbplayback und mittendrin in der Zuschauermenge vor der Bühne eröffnete er mit "The Magnificent Seven" (Die Glorreichen Sieben) den Auftritt mit der Trompete. Beeindruckend! Dann ging er auf der Bühne, spielte das Intro und Solo von "Ring Of Fire" auf der Trompete. Claudia sang "Coal Miner's Daughter", auch ihre Stimme erinnrt ein wenig an Loretta Lynn.. Es folgte "Apache", ein sehr bekanntes Instrumental, die eigentlich nur zur Geltung kommt, wenn man sie auf der Gitarre spielt, aber auch die ungewöhnliche Instrumentierung auf der Trompete macht daraus einen Westernfilmmusiktitel. Als sie 9 Jahre alt war, schenkte ihr ihr Papa einen Klavier und sie entdeckte dabei ihre Leidenschaft zur traditionellen Country Musik besonders der von Loretta Lynn. Der Papa war begeistert. Als sie 12 Jahre alt war, schenkte er ihr eine Gitarre. Ihre Freizeit als Teenager widmete sie nur der Country Musik, die praktisch ihre erste Liebe war. Dirk erzählte: mit "Winnetou" fing alles an, er entdeckte seine Leidenschaft an der Country Musik. Er spielte diese Filmmusik - einmalig! Dann war Claudia von der Bühne verschwunden, inmitten der Line Dancers tauchte sie wieder auf, sang und tanzte den Shania Twain Titel "Honey, I'm Home". Zum Abschluß noch einmal etwas Romantik, die beiden sangen "You Are Always On My Mind", eine Ballade mit Trompetensolo - sehr schön!

Die Glorreichen Zwei



© Foto Frank Distler, bilderkarton de

20:00 Uhr - Chicken Rag

Vier Hillbilly Musiker aus dem Münsterland: Rhythmus Gitarre, Dobro, Kontrabaß, Lapsteel, Mandoline und vier Stimmen. Moderator Bronco war verblüfft, daß so viele Instrumente auf der Bühne waren. Das war 20er Jahre, Swing, Bluegrass, String und Country gemischt mit einer Prise Humor. Genial! Da sprühte die reinste Spiellaune von der Bühne. Mit einem Mal war die Halle vor der Bühne voll. Man konnte nicht mehr durch. "Move It on Over" von Hank Williams, und dann "Folsom Prison Blues" von Johnny Cash. Mit einer tollen Fassung dieses Liedes rockten sie die Halle richtig ab. Nur selten habe ich einen Akustikgitarristen so gut spielen hören, und ehe man sich verhören konnte, tauchte ein kurzer Tune des “Dritten Mann” im Solo auf, herrlich. Die Zuschauer waren nicht mehr zu halten, sie tobten, die Line Dancers tanzten inspiriert. Sogar meine müden Knochen wippten mit. Die Zuschauer rufen "Zugabe!". Aber Moderator Bronco wies daraufhin, keine Aussnahme und empfahl, doch die Chicken Rag als CD mit nach Hause zu nehmen.

Chicken Rag



© Foto Frank Distler, bilderkarton de

21:00 Uhr - Smokie J. Jones (AUS)

Der sympatische gebürtige Australier, der aber schon lange in Deutschland lebt, beendete den Samstag auf “unserer” Bühne. Er machte einen kurze Sound Check dann ging es los - Country / Southern Rock / American Country - mit seiner Gitarre und Halbplaybacks. Er ist zum erstenmal auf der Messe dabei. Eine ganz tiefe schöne Stimme. Nach dem ersten Lied entschuldigt er sich, weil er bißchen heiser war. "Schuld war wohl der Martini vorhin" meint er. Hat man gar nicht gemerkt. Mit "Long Black Train" fesselte er mit seiner Stimme die Zuschauer. Obwohl er alleine auf der Bühne war, war die Halle gut gefüllt. Danach "Guitars and Cadillacs" von Dwight Yoakam und einige Songs welche die Linedancer zum mitmachen animierten. Smokie hat hier bei seinem ersten Auftritt bestimmt viele neue Fans gewonnen.

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