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The Dixie Chicks - Shut Up & Sing
Erscheinungsdatum: 04.02.2008 Darsteller: Martie Maguire, Natalie Maines, Emily Robison Regisseur(e): Barbara Kopple, Cecilia Peck Format: PAL Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0) Untertitel: Deutsch Region: Region 2 Bildseitenformat: 4:3 FSK: Freigegeben ab 12 Jahren Studio: Ufa/DVD DVD-Erscheinungstermin: 4. Februar 2008 Spieldauer: 88 Minuten
SHUT UP AND SING begleitet die Dixie Chicks (Songs wie "White Trash Wedding" oder "Not ready to make nice") drei Jahre lang quer durch die Vereinigten Staaten. Vom Status einer "Everybody's Darling"-Country Band entwickelten sich die drei Ladies zu den erfolgreichsten weiblichen Künstlern der USA. Nach der legendären Anti-Bush-Rede der Sängerin Natalie Maines, im März 2003, sahen sie sich jedoch Anfeindungen US-amerikanischer Medien ausgesetzt. Besonders Radiostationen im Süden boykottierten ihre Songs. Die zweifache Oscar Gewinnerin Barbara Kopple ("Harlan County U.S.A.") porträtiert nicht nur drei außergewöhnliche Frauen, sondern liefert eine Dokumentation über die wundervolle Mischung aus Zivilcourage und der Musik, in der das gesamte Herzblut der engagierten Texanerinnen steckt. Der Film verwendet Bildmaterial aus verschiedenen Quellen, das in der Regel mit Video aufgezeichnet wurde. Dementsprechend schwankt die Qualität. Am meisten fällt die mäßige Schärfe auf, die sich quer durch den ganzen Film zieht. Dazu kommen ein deutliches Bildrauschen und eine stellenweise verbesserungswürdige Kompression.
Der Ton liegt ausschließlich in Englisch (DD 2.0) vor. Dazu gibt es optionale deutsche Untertitel (allerdings nicht für die Songs). Auch der Ton setzt sich aus vielen verschiedenen Quellen zusammen: Konzertmitschnitte, TV-Reportagen, Interviews oder private Aufnahmen von zu Hause. Gerade die detailreichen Konzertaufnahmen klingen dabei sehr gut und bieten sogar im Bassbereich kräftige Töne.
Neben dem originalen Kinotrailer gibt es nur noch drei kurze Interviews mit bescheidenem Informationsgehalt: ein Interview mit den drei Dixie Chicks (ca. 4 min), ein Interview mit Regisseurin Barbara Kopple (ca. 3 min) sowie ein Interview mit Regisseurin Cecilia Peck (ca. 12 min). Alle drei Interviews liegen nur in Englisch ohne jegliche Untertitel vor.
SHUT UP & SING (USA, 2006) ist mehr als eine normale Musik-Doku über irgendeine Band. Dieser Film ist in der Tat auch ein Stück Zeitgeschichte, das die hässliche Seite der USA ungeschminkt aufzeigt. Bei einem Konzert in London 2003, zur Zeit des gerade durch Lügen und Manipulationen angezettelten Irakkrieges, rief die Leadsängerin der Band THE DIXIE CHICKS ins Publikum, sie schäme sich, dass der Präsident der USA aus Texas stamme (so wie die Gruppe). Von den darauffolgenden Reaktionen und den Auswirkungen auf die Band berichtet der Film. Denn sofort nach bekanntwerden dieser Aussage begann eine unvergleichliche Hasskampagne, die mit einem bestens organisierten Boykott von einflussreichen Organisationen extrem konservativer Rechter einherging, die in Todesdrohungen gipfelte. Da wurden Radiostationen unter Druck gesetzt, keine Songs der Band mehr zu spielen, da wurden CDs in den Müll geworfen und öffentlichkeitswirksam verbrannt. Wer da an Bücherverbrennungen denkt, liegt sicher nicht falsch, so weit ist man auch nicht mehr davon entfernt.
Es läuft definitiv etwas falsch im „home of the brave and land of the free“, das wurde selten so deutlich wie in der Regierungszeit des George W. Bush. Die Supermacht, die sich gerne überheblich als „gods own country“ bezeichnet, blamierte sich gewaltig und machte sich unglaubwürdig, wo es doch stets Werte wie Demokratie, Freiheit und besonders Meinungsfreiheit hochhält und an andere Länder appelliert, sich daran zu halten. Manchmal zog man sogar in den Krieg, um diese Werte einzufordern. Doch im eigenen Land gilt das alles scheinbar nicht. Ein unwiderlegbarer Beweis absoluter Heuchelei und bigotter Politik.
Die Doku eignet sich auch für Leute, die keine Country-Musik mögen, zeichnet es doch ein bedauernswertes Portrait eines Landes, das voll von Ignoranz und Dummheit ist und an einer weitverbreiteten Krankheit namens Patriotismus leidet, deren Symptom unreflektierte Lobhudelei und unkritische Unterstützung der Regierung ist, egal welche Verfehlungen existieren. Da wird das alte Klischee, dass Country-Fans weitgehend erzkonservative Rednecks sind, also regierungshörige, politisch naive Hinterwäldler mit einem faden Beigeschmack von Rassismus und Krypto-Faschismus, nicht nur belebt, sondern bestätigt. Es ist ein tolles Land, das stets nur so lange kriegsgeil ist, solange es so aussieht, als ob man gewinnt. Erst als man zu verlieren droht, will man sein früheres Eintreten nicht mehr wahrhaben. Tatsächlich gewann die Band vielerorts erst breite offizielle Unterstützung, als der Irakkrieg umschwenkte, immer unpopulärer wurde und auch die Meinungsumfragen für Bush massiv sanken. An dieser hasserfüllten Reaktion verzweifelt die Musikgruppe aber nicht etwa und knickt ein, sondern wächst sogar noch daran, orientiert sich um und erfindet sich neu. Ein neuer Stil und ein neues Publikum für eine neue Band.
SHUT UP & SING zeigt die USA in keinem guten Licht und beweist, dass die Meinungsfreiheit nur für bestimmte Leute gilt, nämlich für jene, die stets zu allen Taten der Regierung zustimmen und sonst ihren Mund halten. Amerika ist ein gespaltenes Land und dürfte noch lange nachdem Bush Jr. endlich den Platz im „Weißen Haus“ räumen muss an den massiven weltweiten Nachwirkungen dieser korrupten und kriminellen Regierung zu knabbern haben.
DVD Palace de Carlito Brigante / 10.05.2008
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V.A. „Country Style U.S.A. – Season 1“ Bear Family DVD BVD 20111
Jim Reeves: Waiting For A Train/Am I Losing You/ According To My Heart// June Webb: It’s Too Late When Love Dies// Little Jimmy Dickens: I’m Coming Over Tonight/We Could/ Big Sandy/ Just A Closer Walk With Thee// Anita Carter: Making Believe// Faron Young: I’m Gonna Live Some Before I Die/ I Miss You Already/ Sweet Dreams// The Ladell Sisters: Glad Rags// Ernest Tubb: Jealous Loving Heart/ Will You Be Satisfied That Way/Don’t Forbid Me// Wilburn Brothers: I’m Settin’You Free// Ernest Tubb & The Wilburn Brothers: When Jesus Calls// Webb Pierce: I Don’t Care/It’s My Way/ Jealous Hearted Me// Minnie Pearl: Comedy// Jean Shepard: Sad Singin’ And Slow Ridin’/ If You Can Walk Away/ Just Give Me Love// Hawkshaw Hawkins: My Fate Is In Your Hands// Ray Price: You Done Me Wrong// Ray Price & Van Howard: I’ve Got A New Heartache/ Wasted Words// Joan Hager: I’ll Always Love Another Woman’s Man// Tommy Jackson: Liberty// Marty Robbins: I Can’t Quit/ Singing The Blues/ Knee Deep In The Blues/ The Same Two Lips// Joyce Paul: Your Cheatin’ Heart// George Morgan: You’re A Little Doll/ Almost// Judy Lynn: Tip Toe// George Morgan & Floyd Robinson & Ray Edenton: There Goes My Love/ Who At My Door Is Standing// Carl Smith: You Are The One/ You Can’t Hurt Me Anymore/ Before I Met You/ I Dreamed Of The Old Rugged Cross// Mimi Roman: Singing The Blues// Goldie Hill: New names, New Faces/ Sample My Kisses/ Footsteps/ Ain’t Gonna Wash My Face// Red Sovine: Down On the Corner Of Love// Ferlin Husky: I Feel Better All Over/ If You Be My Baby// Ferlin Husky & Cathy Copas: Hey Good Lookin’// Cathy Copas: Love Me Now// Simon Crum: Sixteen Tons/ More And More/ You And Me// Roy Acuff: Sunshine Special// Jimmie Riddle: The Tennessee Fox Chase// Bashful Brother Oswald: Mountain Dew// Rod Brasfield: Comedy// Jeri Johnson: I Want To Be Loved// Roy Acuff & Jeri Johnson: That Glorybound Train
V.A. “Country Style U.S.A. – Season 2” Bear Family DVD BVD 20112 Ray Price: Release Me// Ray Price & Van Howard: It’s All Your Fault/ My Shoes Keep Walking Back To You// Susie Arden: I’m Available// Lonzo & Oscar: She’ll Be Coming Round The Mountain/Comedy/ He’s A Fallen Star// Mary Randolph: Somebody’s Cryin’ Over Me// Hank Snow: I’m Movin’ On/ Tangled Mind/ San Antonio Rose/ I Don’t Hurt Anymore// Nan Castle: My Angel With Thorns// Lester Flatt & Earl Scruggs & The Foggy Mountain Boys: Don’t Let Your Deal Go Down/ Randy Lynn Rag/ Is There Room For Me// Hylo Brown & The Foggy Mountain Boys: Lost To A Stranger// Charles ‘Little Darlin’ Elza: Tap Dancing// Johnny Cash: There You Go/ Give My Love To Rose/ Home Of The Blues// Carolee Cooper: White Silver Sands// Faron Young: Honey Stop!/ Vacation’s Over/ How Long Has It Been// Skeeter Davis: He Left His Heart With Me// Hawkshaw Hawkins: Sunny Side Of The Mountain/ Is My Ring On Your Finger// Helen Carter: Is This My Destiny// Benny Martin: Me And My Fiddle/ Torch Of Love/ Look What You Done// Rita Robbins: Teenage Crime// Pee Wee King: Bonaparte’s Retreat/ Tennessee Waltz/ You Belong To Me/ Slow Poke// Minnie Pearl: Comedy// Bobby Lord: So Doggone Lonesome/ Without Your Love/ Butterfly/ Hawk-Eye// Judy Carman: I’m The Queen Of All The World// Justin Tubb: I’m A Big Boy Now/ If You’ll Be My Love/ The Party’s Over// Shirley Webb: Teardrops In My Heart// Don Helms: B-Bowman Hop// Jim Reeves: Yonder Comes A Sucker/ Four Walls/ Anna Marie// Jim Reeves & The LaDell Sisters: I’ll Fly Away// The LaDell Sisters: Bye Bye Love// Roy Acuff: Pins And Needles/ Streamlined Cannonball// Jimmy Riddle: Clarinet Polka// Kitty Wells: Making Believe// Roy Acuff & Kitty Wells: I Saw The Light// Bashful Brother Oswald: Columbus Stockade Blues
V.A. “Country Style U.S.A. – Season 3” Bear Family DVD BVD 20113 Eddy Arnold: Anytime/ Till You Come Back Again/ I’ll Hold You In My Heart// Chet Atkins: Black Mountain Rag// Ferlin Husky: Yes I Will/ All Of The Time/ Gone// The Wilburn Brothers: Till I’m The Only One/ Cry Baby Cry// Ray Price: Please Don’t Leave Me/ City Lights// Skeeter Davis: I Forgot More Than You’ll Ever Know// Ray Price & Roger Miller: Invitation To The Blues// Mac Wiseman: Goin’ Like Wildfire/ Tis Sweet To Be Remembered/ Love Letters In The Sand/ Keep On The Sunny Side// Joyce Moore: I’ll Never Let You Go// George Morgan: Mississippi/ Candy Kisses/ Have Thine Own Way, Lord// Mimi Roman: Mama Says// Don Gibson: Blue Blue Day/ Give Myself A Party/ Look Who’s Blue/ Oh Lonesome Me// The Jordanaires: In That Great Judgement Morning// Carl Smith: You Are The One/ Mr.Lost/ The Nail-Scarred Hand// Carl Butler: When The Blues Come Around// Marty Robbins: Nothing But Sweet Lies/ Most Of The Time/ Singing The Blues// The Anita Kerr Singers: Somebody Stole My Gal// Faron Young: Alone With You/ Every Time I’m Kissing You/ That’s The Way I Feel// Dolores Dinning: Lonesome Road// The Browns: The Trot/ Would You Care/ I Heard The Bluebirds Sing// Floyd Tillman & Hank Garland: Slipping Around// The Carter Sisters & Mother Maybelle: It’s My Lazy Day/ Foggy Mountain Top// Anita Carter: Blue Doll// Sammy Salvo: I Can’t help It// Benny Martin: On the Banks Of The River Rio Grande/ My Fortune/ I Heard My Mother Call My Name In Prayer// Tony Goodman: T. For Texas// Hank Snow: Big Wheels/ Among My Souvenirs/ Just A Faded Petal From A Beautiful Bouquet// Del Wood: Echo Waltz
V.A. “Country Style U.S.A. – Season 4” Bear Family DVD BVD 12114 Faron Young: Is She All You Thought She’d Be/ A World So Full Of Love// Faron Young & Darrell McCall: Forget The Past// The Jordanaires: Down By The Riverside// Faron Young: Sweet Dreams// Faron Young & Darrell McCall: There’s Not Any Like You Left// Faron Young & the Jordanaires: I’ll Be Alright// Billy Walker: Changed My Mind// Faron Young: Live Fast, Love Hard, Die Young// Faron Young & The Jordanaires: The Shrine Of St.Cecilia//Billy Grammer & The Jordanaires: Gotta Travel On// Faron Young & Darrell McCall: Your Old Used To Be// Faron Young & The Jordanaires: Riverboat// Faron Young: That’s The Way It’s Gotta Be// The Jordanaires: One Of These Mornings// Faron Young & Darrell McCall: Face The Wall// Faron Young: Alone With You/ Bouquet Of Roses/ That’s The Way I Feel// Patsy Cline: Walkin’ After Midnight// Faron Young & Darrell McCall: My Country Girl/ Chattanooga Shoe Shine Boy/ Forget The Past// Skeeter Davis: Am I That Easy To Forget// Faron Young: Goin’ Steady/ Tennessee Waltz// Bobby Sykes & The Jordanaires: Having Myself A Ball// Faron Young & The Jordanaires: Riverboat// Faron Young: If You Ain’t Lovin’/ Making Believe// Roy Drusky & The Jordanaires: Anymore// Faron Young & Darrell McCall: Your Old Used To Be// Faron Young: I Hear You Talkin’/ I Miss You Already/ When I’ve Learned Enough To Live I’ll Be Old Enough To Die// Joan Hager & The Jordanaires: Why Do I Love You, Darling// Faron Young: I’ve Got Five Dollars And It’s Saturday Night/ You’re Still Mine// Faron Young & Darrell McCall: Face The Wall// Jimmy Newman: Wanting You With Me Tonight// Faron Young: I’m Gonna Live Some Before I Die/ Alone With You// Faron Young & Darrell McCall: Country Girl// Johnny Seay: Streets Of Laredo// Faron Young: Sweet Dreams// Faron Young & The Jordanaires: Hey Good Lookin’// Hank Garland: Sugarfoot Rag// Faron Young: A World So Full Of Love/ Is She All You Thought She’d Be// Faron Young & The Jordanaires: I’ll Be Alright// Buck Owens & Darrell McCall: Above And Beyond
Obwohl in den USA der 2-jährige Wehrdienst in den 50ern und sogar bis in die frühen 60er Jahre noch obligatorisch war, suchte die U.S. Armee dringend junge Männer für eine längere Militärkarriere. Aus diesem Grund heuerte man einen gewissen Charlie Brown an, um Werbeprogramme für die Armee zu produzieren, zunächst fürs Radio, später fürs Fernsehen. Das Konzept war sehr einfach: Unter dem Titel „Country Style U.S.A.“ holte man von Fall zu Fall einen grossen Country Star ins Studio, liess ihn ein paar grosse Hits singen und packte auch noch einen Special Guest dazu. Dazwischen lief dann eine attraktive Werbung für den Dienst in der Armee mit allen grossartigen Möglichkeiten, zum Beispiel einen tollen Beruf zu erlernen, zu reisen und die Welt zu sehen.
1957 wurden die anfänglichen Radio-Recruiting-Shows auch aufs Fernsehen ausgedehnt, die dann regelmässig bis 1961liefen. So half das amerikanische Militär, ein paar grosse Country Stars wie etwa Marty Robbins, Hank Snow, Eddy Arnold, Roy Acuff, Flatt & Scruggs, Buck Owens oder die Carter Family in ihrer grossen Zeit, den 50er und frühen 60er Jahren, im Film festzuhalten und späteren Generationen zu dokumentieren. Dabei entstanden diese Werbe-Shows in einer ausgesprochen lockeren, familiären Atmosphäre, moderiert meist von den Privates Charlie Applewhite oder Jody McCrae. Deshalb sind diese 4 neuen DVDs, die alle 52 damals produzierten TV-Army-Werbeshows ungekürzt präsentieren, eine Fundgrube für alle zu spät geborenen Fans, die ihre alten Idole auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren nicht nur hören, sondern auch einmal sehen wollen. Die Bild- und Ton-Qualität ist lupenrein und kristallklar, sodass jeder, der in den 50er Jahren noch nicht nach Nashville reisen konnte, bezw. damals noch gar nicht geboren war, sich die Atmosphäre jener Zeit in sein Wohnzimmer holen kann. Zu jeder DVD gibt es zusätzlich Mini-Biographien und seltene Fotos.
Walter Fuchs für CMNet 02 2008
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Robert Altman's Last Radioshow
Darsteller: Marielouise Burke, Woody Harrelson, L. Q. Jones Regisseur(e): Robert Altman Format: Dolby, PAL, Surround Sound Sprache: Deutsch, Englisch Region: Region 2 Bildseitenformat: 16:9 Anzahl Disks: 1 Studio: Galileo Medien AG DVD-Erscheinungstermin: 25. Oktober 2007 Spieldauer: 105 Minuten
Robert Altmans letzter Film ist auch ein Abschied von einer musikalischen Ära: 'Robert Altman's Last Radio Show' (2006) ist eine Ode an die unverfälschte, ehrliche Country-Musik, bevor sie zum Kommerzprodukt wurde. Musiker auf der Bühne, dazu Interviewausschnitte aus dem Backstage-Bereich, roh und ohne Stimme aus dem Off: Der Regisseur ist mehr Dokumentarist als Kommentator, wovon man sich jetzt auf DVD überzeugen kann.
'A Prairie Home Companion' hieß vor vielen Jahren eine Radio-Show in den USA, die aus dem Herzen Minnesotas heraus ins ganze Land übertragen wurde.
Es spielten die Koryphäen der Country-Music, und es war eine Ehre, an dem zweistündigen Samstagnachmittagsprogramm teilzunehmen. Zwar gibt es die Show mittlerweile wieder, doch Ende der 80er-Jahre schien sie ein bitteres Ende nehmen zu müssen.
80-jährig hat sich Robert Altman vor knapp zwei Jahren daran gemacht, diese letzte Radio-Show und all die damit verbundenen persönlichen Tragödien in den Reihen der Musiker zu verfilmen.
Der missverständliche deutsche Filmtitel entbehrt nicht eines gewissen morbiden Untertons: 'Robert Altman's Last Radio Show' war tatsächlich die letzte Kinoarbeit des Regie-Altmeisters aus dem mittleren Westen der USA, der wie kein anderer Filmemacher in den USA für seine teils spektakulären Ensemblefilme bekannt war.
Auch 'A Prairie Home Companion' besetzte Altman bis in die Nebenrollen nicht nur hochkarätig, sondern auch klug: Die gesanglichen Qualitäten von Woody Harrelson, Lindsay Lohan, John C. Reilly, Meryl Streep und Lily Tomlin sind unbestritten.
Weiterhin treten Tommy Lee Jones, Kevin Kline und Virginia Madsen als Klammerfiguren auf, die im Kontext der Geschichte von Bedeutung sind. Schließlich geht es um das wirtschaftliche Aus der Sendung.
Jones ist als gefühlloser Geschäftsmann zu sehen, dem es nicht schnell genug gehen kann, dass der Vorhang fällt. Kevin Kline spielt den schmierigen Betreiber der Show, der zwar keine Ahnung von Musik hat, schließlich aber doch erkennen muss, dass mehr dahinter steckt als kurzweilige Unterhaltung. Mit ihrer Mischung aus Musik, dem Vortragen von Witzen und vorgelesenen Werbeunterbrechungen war die 'Prairie Home Companion' zu einer festen Instanz in der Rundfunk- und Konzertgeschichte Amerikas geworden.
Dass die Show in Wirklichkeit überlebte, relativiert die Aussage des Films nicht. Es ist die Geschichte über das Ende einer Ära, die heute nicht mehr in ihrer Authentizität und mit ihren Protagonisten funktionieren würde. Seit März dieses Jahres kann man die neue Show sogar über das amerikanische Satelliten-Radio XM empfangen, wo auch Bob Dylan einen eigenen Sender betreibt. Robert Altman hat das nicht mehr erlebt.
Satte Farben und gute Schärfewerte zeichnen das Bild der DVD aus. Der Sound überzeugt mit Dynamik und ausgezeichneter Musikwiedergabe. Bonusmaterial, darunter den ungeschnittenen Soundtrack als Bühnenshow, gibt es nur in der zehn Euro teureren Special Edition.
© 2007 teleschau - der mediendienst
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