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05. November 2008
Hermann Lammers Meyer - " Wer heut` noch Träume leben kann " Desert Kid Records DK 2004-17 S / Label Code LC 00802
... die Radio Single mit dem "Touch Of Christmas" ...
Warum kann man auch schon im Herbst gut Glühwein trinken?
Wen die Antwort auf diese Frage auf den Nägeln brennt, sollte diese Single von Hermann Lammers Meyer in den CD-Spieler legen und gebannt lauschen.
Der emsländische Countrypionier bleibt seiner bewährten und bei den Fans beliebten Linie treu. Es geht wieder sehr geheimnisvoll zu, genau wie vor Jahren in seinem Hit „Bauer Barnes Mühle“, in dem Ufos über dem Emsland eine Rolle spielten.
Auch in seinem aktuellen Song wimmelt es vor geheimnisvollen Andeutungen: Glühwein im Herbst, ein alter Mann am Waldrand mit einem Becher Wein, ein dürres, abgemagertes Pferd, usw. Am Ende löst sich dann alles in Wohlgefallen auf.
Doch bei allem Sinn für Humor ist Hermanns Anliegen in dem Song absolut ernsthaft. „Auf dem Weg durchs Leben helfen Engel einem dann und wann....“ heißt es im Refrain. Nicht, dass er jetzt völlig auf den Esoterik-Trip geraten ist. „Man wird ja noch ein wenig träumen dürfen in der heutigen Zeit“, meint der Mann aus dem Emsland. Ein Plädoyer, mit dem er bei seinen Anhängern auf offene Ohren stoßen dürfte.
Musikalisch ist das Lied wie gewohnt eingängig und ganz weit vorne auf der bei Hermann nach oben offenen Ohrwurmskala. Und wenn die Melodie erst mal drin ist im Gehörgang, geht das Lied nicht so schnell wieder raus. Aber das weiß man ja, wenn man sich auf Hermann Lammers Meyer einlässt.
Ach ja, was war nun mit dem Glühwein? Die Antwort enthält nur der Song. Aber eins ist klar: Himbeereis zum Frühstück konnte sich damals auch niemand vorstellen. Warum sollte nicht auch Glühwein im Herbst zur Selbstverständlichkeit werden? Spätestens nach dem Hören dieses Liedes... (RF)
Kontakt : hermann.l.meyer@freenet.de - Alles was Sie wissen wollen : www.hermannlammersmeyer.de Desert Kid Records, Drosselweg 15 26871 Aschendorf Ems - T/Fx 04962 338 Mobil 0172 512 1688 www.myspace.com/hlammersmeyer
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05. November 2008
Around the Bend - Randy Travis
Releasejahr: 2008
Das neueste Album von Randy Travis ist das erste seit 1999, das wieder auf einem säkularen Label erscheint. Zuletzt veröffentlichte der Star, der seine größten Erfolge in den 80er und 90er Jahren feierte und bis heute 25 Millionen Platten verkaufte, bei WORD Records (gehört aber auch zu Warner). In der christlichen Szene war Travis natürlich eine überragende Nummer. Mit dem Titel »Three Crosses« gelang ihm 2003 sogar wieder ein Nummer-1-Hit in den Countrycharts. Insgesamt bedeutete das vergangene Jahrzehnt aber eine gewisse Abkehr vom kommerziellen Country-Mainstream. Besonders zwei Alben mit traditionellen Gospels, Hymnen und Lobpreissongs hoben sich von seinen klassischen Hitalben deutlich ab.
»Around The Bend« knüpft nun an Travis' frühere Erfolgsalben an, ohne aber auf christliche Inhalte zu verzichten. Wie schon auf seinem vorvergangenem Album gibts typische Countrygeschichten über das Leben, die Liebe und den Alltag. Christliche Erfahrungen und Einstellungen fließen dabei in viele dieser Songs völlig zwanglos ein. Da Randy Travis selten Songs schreibt, ist er auf die Zuarbeit guter Songlieferanten angewiesen, die Nashville zu bieten scheint. Man hat absolut nicht den Eindruck, hier Konfektionsware geboten zu bekommen. Durch seine markante Stimme und den lässigen, aber ausdrucksstarken Gesang macht Randy Travis die Songs zu seinen eigenen. Aus dem Dylan-Song »Don't Think Twice« (dem einzigen gecoverten Song) macht er zum Beispiel eine jazzige Country-Swing-Nummer.
Produziert hat wieder Kyle Lehning, mit dem Travis schon seit langem zusammenarbeitet. Die Produktion ist traditionsbewusst, aber nie altbacken und begeistert mit viel schönem Bluegrass-Saitenspiel. Obwohl die langsamen Nummern dominieren, wirkt das Album absolut vital. Es kommt keine Langeweile auf, lediglich die Single »I Believe In You« hat vielleicht ein paar Geigen zuviel abbekommen.
Eigentlich hatte ich nach den vielen Verwöhnalben aus Travis' christlichen Produktionen diesmal ein durchschnittliches Album erwartet, aber »Around The Bend« klingt absolut nicht nach einer Routineangelegenheit. Vielleicht möchte der Künstler sich bei den Fans eindrucksvoll in Erinnerung bringen, die mit seinen Gospelsachen weniger anfangen konnten.
Nur schade, dass Randy Travis vom Country-Radio inzwischen anscheinend ignoriert wird (andererseits ist so etwas fast schon ein Indiz für echte musikalische Qualität). In Deutschland hat Warner die Platte nur über den Importweg auf den Markt gebracht. Auf christlicher Vertriebschiene ist sie über SCM dankenswerter Weise erhältlich. Mein Rezensionsexemplar stellte sich sogar als Edition mit beigefügter Bonus-DVD heraus (4 Videos, darunter ein CMA-Auftritt mit »Three Crosses«). Womöglich wird diese Version hierzulande regulär vertrieben - dann ist das natürlich ein zusätzlicher Kaufanreiz.
Von Rainer Buck sound7
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08. Oktober 2008
Willie Nelson - "Stardust (30th Anniversary Edition)" Jetzt ist klar, warum auf dem letzthin erschienenen Label-übergreifenden Box-Set nur ein einziger Song von diesem Megaseller auftauchte. Diese Edition von "Stardust" war längst geplant, und unter merkantilem Aspekt ist auch einzig und allein verständlich, warum man mit Aufnahmen von diesem Album so geizte.
Die Liner Notes verschweigen nicht, dass man in der oberen Etage von Columbia Nashville stramm gegen das ganze Projekt war, weil man - damals zumindest noch - Country und Pop als zwei gänzlich andere Baustellen betrachtete. Dabei hatten es die zwei kurz vorher aus der "Waylon & Willie"-LP ausgekoppelten Singles zu beachtlichen Platzierungen in der Pop-Hitparade gebracht.
In gewisser Weise auch ein Tribute-Album wie im Jahr vorher "To Lefty From Willie", dem Vernehmen nach auch inspiriert durch den Tod von Bing Crosby im Oktober 1977, war das auch Willies persönliche Verneigung vor den großen Croonern der amerikanischen Populärmusik von den 20er bis in die 50er Jahre - und damit die Blaupause für so ziemlich alles, was mit und nach Linda Ronstadts Erfolgsalbum "What's New" immer wieder an Standards-Material neu eingespielt wurde.
Anders als Linda hatte Willie keinen Nelson Riddle im Team, der noch einmal stilecht ein paar geniale Big-Band-Arrangements hätte entwerfen können. Er traute der - als Nachbar in Malibu wohnenden - Stax-Legende Booker T. Jones zu, dass der etliche originelle Ideen für die Aufnahmen beisteuern würde. Das waren durchweg berühmte Ohrwürmer, etwa das 1960 in der x-ten Cover-Version durch Ray Charles zum großen Pop-Hit avancierten "Georgia On My Mind" oder das immer allseits beliebte, später auch mal von Sting in einer beachtlichen Aufnahme präsentierte "Someone To Watch Over Me". Aber darauf, dass Hoagy Carmichaels oder Irving Berlins Evergreens es jemals auf Platz eins der Country-Hitparade schaffen würden, hätte vor diesem Projekt garantiert niemand bei Columbia oder anderen Firmen in Nashville auch nur einen müden Dollar verwettet.
Der Trick von Booker T. Jo-nes bei den Sessions im Homestudio von Emmylou Harris’ Produzent und Ehemann Brian Ahern: das Nostalgie-Element so weit wie möglich unterdrücken und austreiben! Statt reichlich Streichern also mehr akustische Gitarre, Harmonika und Piano, Bläser ganz dezent eingesetzt und den Sänger mit seinen Emotionen ganz ins Zentrum gerückt. Also genauso gegen alle üblichen Konventionen produziert, wie das auch einem Joel Dorn ganz genial bei den Standards, Pop- und Folk-Songs auf dem Debüt der göttlichen Miss Bette Midler gelungen war, dadurch alle Erwartungen aufs Angenehmste bravourös enttäuschend.
Auf wundersame Weise wurde so aus dem leicht angejazzten "All Of Me" ein Country-Hit, der dritte der LP. Es ehrt Willie, dass er sich sogar an einen in der wohl doch definitiven Version vorliegenden Pop-Klassiker wie "Unchained Melody" wagte. Den gab es vorher schon in einem halben Dutzend Hit-Versionen, von denen die letzte der Righteous Brothers Jahrzehnte später (im Patrick Swayze/Demi Moore-Fantasy-Melo "Ghost") die erfolgreichste wurde. Viel Gefühl investierte aber Willie in die countrifizierte Fassung.
Die staunenswerteste, wohl auch größte Leistung der ganzen Platte dürfte allerdings der "September Song" sein, Willies Sternstunde als melancholischer Crooner. Ein wenig kurios, warum er sich nicht noch einmal an demselben "Am I Blue" versuchte, das er viele Jahre zuvor schon einmal aufgenommen hatte, als er auch schon nicht konform mit dem zeitgeistigen Country-Mainstream ging. Einmal durch den grandiosen Erfolg bestätigt, erlaubte er sich in den nächsten Jahren immer wieder mal, auf vergleichbares Songmaterial zurückzukommen; wobei er mit Arrangeur und Band oft jazzige Elemente einzuflechten verstand, obwohl selber nun wirklich kein Jazz-Sänger. Deswegen machte er bei dem Django-Reinhardt-Tribut keine schlechte Figur, zog sich sogar bei "Mona Lisa" (Platz elf der Country-Hitparade!) achtbar aus der Rolle, und die von Leon Russell coproduzierten Songs gehören alle zu den besten der Bonus-CD, auch seine Deutung des unsterblichen Ohrwurms "Tenderly", die er ganz ähnlich vorträgt wie das einst von Johnny Ray mal fast hysterisch gesungene "Cry": abgeklärter, aber doch innig.
Sehr informativ wie immer: Rich Kienzle in seinen Liner Notes bei diesem Set. (Columbia Legacy)
Franz Schöler
Quelle: rollingstone de
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20. September 2008
CD-EDITION "WORLD TOUR", TEIL 19 Onkel Sam's Country Bunker Von Theo Wilms Männer saufen und betrügen, Frauen lassen im Stich: Country-Texte handeln selten von den schönen Seiten des Lebens. Die uramerikanische Musik ist aber vielschichtiger als ihr "White Trash"-Ruf. Nachzuhören ist das auf der aktuellen "World Tour"-Edition vom KulturSPIEGEL.
1980 ließ der US-Regisseur John Landis in seinem fulminanten Musikfilm "Blues Brothers" die gleichnamige Band in "Bob’s Country Bunker", einem Fernfahrer-Schuppen in der amerikanischen Provinz, auftreten.
Eine abstruse Szene; die Band auf der Bühne hinter Maschendraht vor fliegenden Bierflaschen geschützt, davor ein besoffenes, grölendes Publikum mit Karohemden und albernen Cowboyhüten bekleidet.
Country-Musiker und vor allem deren Fans, das lässt sich nicht leugnen, geben ein prima Feindbild ab und eignen sich hervorragend als Projektionsfläche für Vorurteile und Klischees. So hing Country lange das Etikett "White Trash Music" an, auf deutsch: Musik für hellhäutige Menschen aus bildungsfernen Schichten, ungefähr zumindest. Tatsächlich ist die amerikanische Country-Musik so vielseitig und facettenreich wie die Topografie und die Bevölkerung in den USA.
Country entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und entwickelte sich aus der Folklore der Einwanderer, insbesondere der Iren und Engländer, geprägt von Blues und Gospel sowie spanischen und mexikanischen Einflüssen. Es begann mit Hillbilly und Bluegrass in den Bergen der Appalachen, später entwickelte sich der elektrisch verstärkte Honky Tonk in den Clubs und Tanzhallen von Texas, Unterhaltungsmusik für die Arbeiter auf den Ölfeldern. In den vierziger Jahren, der Hochzeit der singenden Cowboys, führte das "Billboard"-Magazin den Begriff Country & Western ein.
Seit den fünfziger Jahren gilt Nashville, der Ort in den USA mit der größte Dichte sowohl an religiösen als auch an pornografischen Buchläden, als Zentrum des Country, zumindest in kommerzieller Hinsicht.
In den Siebzigern waren es vor allem die Heroen der Outlaw- Country-Szene wie Willie Nelson und Johnny Cash, charismatische Querköpfe mit Hang zu Alkohol- und Drogenexzessen, die dem in Formelhaftigkeit erstarrten Genre Authentizität und Feuer zurückgaben und einen Austausch mit moderner Rockmusik vorantrieben. Noch heute gehören die alten Männer zu den großen Stars der Szene. Anders als Pop oder Rock war Country immer Erwachsenenmusik, gespielt von Erwachsenen.
"Johnny, Willie und ich haben immer aufrichtige Musik gespielt, wir haben nie versucht, mehr zu sein, als wir sind", erklärt Veteran George Jones den anhaltenden Erfolg seiner Altersgenossen. "Wie wir leben ist, was wir singen."
Gerade die Verwurzelung im Alltag einfacher Menschen und in universellen, existentiellen Gefühlen und Erfahrungen macht einen großen Teil der Anziehungskraft der Musik aus.
Tatsächlich gehört zur Liebe zur Country-Musik auch ein gewisses Maß an Leidensfähigkeit oder eine Affinität zur dunkleren Seite des Lebens. Hier wird meist die Tragik und das Leid der Welt verhandelt: Verlust, Armut, Sucht, Gewalt und Tod. Männer saufen und betrügen, Frauen lassen dich im Stich, und die Guten sterben zuerst. Wenn einmal die Sonne scheint, brennt sie heiß und gnadenlos auf den einsamen Cowboy in der Prärie.
Der in einer Studie behauptete Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Selbstmordrate in großen amerikanischen Städten bei steigendem Anteil von Country-Musik im Radioprogramm darf dennoch guten Gewissens bezweifelt werden. Quelle: Spiegel online
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0 7. August 2008
Katja Kaye: Alles echt
Endlich liegt das neue Album vor, das – wie man beim Hören feststellen kann – gut zu Katja Kayes Lebensgeschichte passt: Beinah zu schön um wahr zu sein und trotzdem „Alles echt“.
Genau so hat sie es denn auch genannt. Der Titel ist mehr als wörtlich zu nehmen. Bei Katja Kayes Werken ist auch über die in Nashville eingespielten Naturinstrumente und die authentische Produktion hinaus noch „Alles echt“: Ihre Liebe zur Musik („Gib mir den Old Time Rock’n’Roll“), ihr positives Denken („Vertrau’ auf Wunder“), ihr Witz („Die Erde ist ’ne Scheibe“), ihr Verständnis von Freundschaft („Der erste Kuss“), die Gefühle für ihre Heimatstadt Hamburg („Die Stadt mit der Nase im Wind“) und ihre Selbstironie („Poeten sind gefährlich“).
Ein wenig Unterstützung gab’s von Star-Autoren wie Edith Jeske und Martin Lingnau, ansonsten schrieb Katja die Songs fast ausnahmslos selbst. Einer ihrer Lieblingssongs allerdings, „Zieh Deine Schuhe aus“, ist eine Coverversion der Titels "Louisiana Saturday Night" von Mel McDaniel. Nach dem Einspielen des Songs im Studio in Nashville bemerkte einer der Musiker: „Katja, Du übertriffst das Original“.
Mehr unter: www.katjakaye.de www.myspace.com/katjakaye
CD-Album Tracklist:
01. Der erste Kuss 02. Zieh' deine Schuhe aus 03. Alles okay 04. Hamburg Lied 05. Gib mir den Old Time Rock & Roll 06. Die Erde ist 'ne Scheibe 07. 18 Räder und 12 Rosen 08. Von Bangkok bis nach Singapur 09. Er war rastlos 10. Poeten sind gefährlich 11. Immer nur Vollgas 12. Vertrau' auf Wunder
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15. Juli 2008
CD-Kritik: I, Flathead von Ry Cooder
Mit I, Flathead beendet Ryland Cooder seine als Trilogie angelegte, fiktive wie reale Kalifornien-Historie, die in der ersten Hälfte und Mitte des 20. Jahrhunderts spielt. Wurde der legendäre Gitarrist und Storyteller auf dem formidablen Chavez Ravine noch vom Latin-Fieber gepackt, grub er sich auf dem sehr akustisch instrumentierten My Name Is Buddy mit all seinen Balladen bis tief zu den Wurzeln amerikanischer Musik vor, so hat das finale Album einen anderen Charakter. Passend zur annähernd 100-seitigen Novelle „I, Flathead“ - die der Luxusedition beiliegt - richtet sich Cooders Blick in die Zukunft. Dazu schlüpft er in die Rolle von Kash Buk, einem Outlaw, Beatnik, Salzebenen-Rennfahrer und Bandleader der Klowns. Zum Schluss des Albums, in dem Song „5000 Country Music Songs“ wird endgültig deutlich, dass ein Mann auf ein Leben zurückblickt, dessen Hoffnungen und Träumen in der Desillusion enden. Die besteht aus einem Trailer als Wohnung, zwei verrosteten Cadillacs und ein paar Tausend Liedern, die kein Mensch in der Country-Zentrale Nashville haben will. Die sicheren Wege, die Ry Cooder hier zumeist elektrifiziert geht, führen ihn an bekannte Vintage-Orte: Blues, Rock & Roll, Honky Tonk, Latin, Mariachis, Country und Roots-Rock. Die ganz großen Überraschungen bleiben vielleicht aus, aber es bleibt ein Vergnügen diesen vibrierenden Liedern und berührenden Balladen zuzuhören. Sven Niechziol monstersandcritics.de
Hier endet die California-Triology..... Mit dem Album „Chavez Ravine“ und dem Nachfolger „My Name Is Buddy“ hat Ry Cooder seine fiktiven Ansichten der Historie Kaliforniens in Musik gepackt. Mit „I, Flathead“ beendet er nun die Triology auf Coodersche Art und Weise. An kreativem Input hat es ihm nie gemangelt. Was er letztendlich als kreativen Output auf CD gebrannt hat kann sich mehr als hören lassen. Genial!
Es gibt nicht viele Musiker die aus einem so phantasievollen, schöpferischen Holz geschnitzt sind wie Ry Cooder. Der weltbekannte Gitarrist und Storyteller schlüpft auf „I, Flathead“ in die erdachte Rolle des Salzseerennfahrers, des Outlaws, des Bandleaders der Klowns - Kash Buk, und erzählt von einem hoffnungsvollen, träumerischen Leben, dass am Ende doch enttäuschend und voller Frustration endet.
Musikalisch bedient „I, Flathead“ die komplette Palette. Von Southern Rock, über Blues, Country, etwas Tex Mex mit Mariachigebläse, Brassmusic, Latin bis hin zu Folk. Handwerklich ein ganz besonders Werk. Ry Cooder nimmt den Hörer mit auf eine lange Reise von den Südstaaten bis hin nach Mittelamerika – mit der Zeitmaschine von den 20er Jahren bis zu den 70ern. „I,Flathead“ erzählt nicht nur die Lebensgeschichte des Kash Buk, die Songs vermitteln ebenfalls einen sehr guten Eindruck der amerikanischen Musikgeschichte. Besondere Beispiele: „Steel Guitar Heaven“, „Ridin´ With The Blues“, 5000 Country Music Songs“ und „Fililino Dancehall Girl“.
„I, Flathead“ - die Triology hat ein Ende. Beste Musikkunst für´s Gehör und/oder Gemüt. Ry Cooder von seiner besten Seite. Rainer Molz monstersandcritics.de
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17. Juni 2008
All I Intended To Be von Emmylou Harris
Emmylou Harris - das ewige Nashville-Schätzchen. Mit silbergrauem Haar ist die elfenhafte Country-Diva zwar einerseits sichtbar gealtert, aber doch auf eine eigenartig zeitlose Art und Weise. Hört man 'All I Intended To Be', das ihr aufgerundet 40-jähriges Plattenjubiläum beschreibt, denkt man nach wie vor viel eher an die Aura eines scheuen Rehkitz', denn daran, das neue Album einer heute 61-jährigen Künstlerin zu hören.
Ganz zweifellos zählt der Gesang Emmylou Harris' zu den schönsten und jenseitigsten, die in den vergangenen 50 Jahren auf Tonträgern festgehalten wurden. Zu den ausdrucksstärksten zählt er nicht. Vergegenwärtigt man sich die großen Momente im Schaffen der Sängerin, so wird man zunächst auf ihre stilbildenden Kollaborationen stoßen. Auf das kurze Solowerk ihres Quasi-Entdeckers Gram Parsons, das so ohne sie nicht vorstellbar wäre. Auf Dylans poetische Großtat 'Desire', zuletzt auf die Zusammenarbeit mit dem jungen Verehrer Conor Oberst und seinen Bright Eyes. Ganz auf sich gestellt, auch das zeigt ihr neues Album, ist ihr scheuer Gesang immer bedroht, seinen Zauber zu verlieren.
Dass sich auf 'All I Intended To Be' die flüchtige Aura der Emmylou Harris nicht besser konturiert, ist überdies auch der Produktionsweise geschuldet, die sich ebenso zart und wohltemperiert vermittelt wie die Sängerin selbst. Die Twelve-String-Gitarren schnurren, Steel- und Slide-Gitarren jaulen dezent, Mandolinen pluckern. Ein Schmetterlingsschlag könnte die holde Einkehr beschädigen. Dabei haben beinahe alle Stücke ihre Momente. Mit 'Hold On' stammt ein früher Höhepunkt des Albums aus der Feder der Country-Fee selbst. Ihre Interpretation des Merle-Haggard-Klassikers 'Kern River' ist das schönste Stück der Platte, woran nicht zufällig Background-Sänger Mike Auldridge seinen Anteil hat. Man könnte sich 'All I Intended To Be' sehr gut als Soundtrack zu Ang Lees Cowboy-Melodram 'Brokeback Mountain' vorstellen. Für sich genommen droht, zumal auf LP-Länge, eine zuckersüße Überdosis aus einer allerdings sehr schönen Nashville-Jukebox.
© 2008 teleschau - der mediendienst
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26. Mai 2008
KAYE, KATJA - Der erste Kuss Label: Monopol 950811 Erscheinungsdatum: 28.04.2008 Nach zwei Nashville-Trips ist es nun vollbracht: alle Aufnahmen für ein neues Album sind fertig! Erscheinen wird es im Sommer 2008. Jetzt schon da ist die erste Single-Auskopplung, die gerade bei den Radiostationen gelandet ist. Wir bieten gleich zwei Songs an: einen echten Frühlings-Titel "Der erste Kuss" und den Sommer-Grill-Party-Titel schlechthin "Zieh Deine Schuhe aus", eine Coverversion im fetzigen Cajun Style von "Louisiana Saturday Night".
Ihr Herz gehört der Countrymusic, denn diese Musik gibt ihr die beste Möglichkeit, ihre Gefühle auszudrücken. Die sympathische Sängerin KATJA KAYE aus dem norddeutschen Wedel hat ihren ganz eigenen Stil und dabei keinerlei Berührungsängste zu anderen Musikrichtungen. Ihre Songs sind warm, lebendig und musikalisch schwungvoll. Sie vermitteln ein optimistisches Lebensgefühl und handeln von Liebe, Neuanfang, Tatkraft und Hoffnung.
Mit Authentizität, Gefühl und Glaubwürdigkeit gelingt es Katja Kaye immer wieder, ihr Publikum nachhaltig zu begeistern. Jetzt arbeitet die Künstlerin an ihrem zweiten deutschsprachigen Album, welches sie wie immer in Nashville produziert und dass im Sommer 2008 bei MONOPOL veröffentlicht wird. Aus diesem Album vorab jetzt die ersten Songs „Der erste Kuss“ und „Zieh’ deine Schuhe aus“ - eine fantastische deutsche Coverversion des populären „Louisiana Saturday Night“
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15. April 2008
Neues von Cash und Nelson Wenn's kommt, kommt's bekanntlich dicke. Das ist nicht immer gut so, aber wenn von zweien der Großmeister des Ordens der Country & Western-Sänger gleich mehrfach etwas auf den Markt drängt, dann schon. Nun war in den vergangenen Monaten schon so einiges von Johnny Cash an die Oberfläche gedrungen, was über Jahren in Archiven gelegen hatte. Aber es gibt immer noch Schätze zu heben. Cashs Konzert im schwedischen Gefängnis Österåker, gut 30 Kilometer nördlich von Stockholm, gehört dazu. Die JVA, auf Schwedisch schlicht Österåkeranstalten geheißen, war damals gerade einmal drei Jahre in Betrieb, als Johnny dort mit Carl Perkins, seinem alten Kumpel aus Nashville-Zeiten, am 3. Oktober 1972 auftrat. Das Repertoire ähnelt dem der Auftritte in San Quentin und Folsom: Auch "A Boy Named Sue" ist dabei, und Carl Perkins singt sein unvergängliches "Blue Suede Shoes", das entgegen dem gängigen Klischee nicht von Elvis, sondern eben von dem viel zu früh von dieser Welt gegangenem Giganten des Rock and Roll stammt. Neu ist die auf Österåker zugeschnittene Version des Songs "San Quentin".
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17. März 2008
Eagles - Long Road Out of Eden (Ltd. Deluxe Edition) + 2 Bonustracks und 40-seitigem Booklet [Doppel-CD] Release: 23. November 2007 Label: Universal (Universal)
Die Adler starten wieder durch - Eagles: Long Road Out Of Eden
Die Adler sind wieder flügge geworden und auf dem Weg aus dem Paradies: The Eagles. Foto: Universal
Die Eagles beginnen in London ihre "Long Road Out Of Eden"-Welttournee. Ein Rückblick auf die kalifornischste aller US-Bands.
In dem ganz wunderbaren Film "The Big Lebowsky" gibt es eine Szene, in der der Protagonist, der "Dude", nach einem albtraumhaften Erlebnis nach Hause fahren will und zu diesem Zweck ein Taxi nimmt. Im Autoradio läuft sanfter Country-Rock und der Dude flucht "oh Mann, nicht die verkackten Eagles, Mann" , woraufhin der empörte schwarze Taxilenker ihn mitten auf der Straße rausschmeißt.
Mit dieser Szene haben die Coen-Brüder, diese cineastischen Genies, nicht nur einen billigen Gag gelandet (ein Afroamerikaner als fanatischer Eagles-Fan), sondern auch viel über den Erfolg dieser wohl amerikanischsten aller Supergruppen verraten: Die Eagles sprachen in den 70er Jahren Menschen aus den verschiedensten Milieus an.
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04. März 2008
Willie Nelson: "Moment Of Forever" Erscheinungsdatum: 22. Februar 2008 Label: Mercury (Universal)
Country-Alchemist Willie Nelson: "Moment Of Forever" Willie Nelson ist weit über die USA hinaus eine Marke. Was er angreift, wird zu Gold. Und bei einem neuem Album ist es schlicht egal ob der bald 75-jährige "Outlaw" eigene Songs bringt, oder das Material anderer veredelt - zumindest was die Verkaufszahlen betrifft. Nach tiefgängigen Werken wie "Soundbird" versucht sich Nelson auf seinem neuen Longplayer "Moment Of Forever" an den Songs der Jugend. Und obwohl der knapp halb so alte Country-Recke Kenny Chesney ihm als Produzent genau die Sorte "Mainstream-Country-Sound" verpasst, die Nelson vor 30 Jahren bis aufs Blut bekämpft hätte, setzt er sich mit einer ungewöhnlichen Songauswahl weit von dem ab, was seine Hut und Stiefel tragenden Kollegen sonst so abliefern.

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01. März 2008
Detours - von Sheryl Crow Label: A & M Reco (Universal) Erscheinungsdatum: 22. Februar 2008
Sheryl Crows neues Album Die Umwege der Dienstagsfrau
27. Februar 2008 Als Sheryl Crows Debütalbum „Tuesday Night Music Club“ vor vierzehn Jahren auch bei uns veröffentlicht wurde, saß man vor dem CD-Spieler und hörte die Lieder wieder und wieder, und aus den leuchtenden Melodien über kantigen Rockarrangements blühten Legenden, wie sie die Branche seit jeher liebt: vom Aufstieg aus dem Nichts in lichteste Höhen. Sheryl Crows Geschichte handelte von einer Südstaaten-Schönheit, die mit Anfang dreißig, da andere im Rockgeschäft bereits auf Karriere und Comebacks zurückblicken, mit einem wunderbar anachronistischen Konzept zum Star wurde: Eher zufällig sei ihre Platte entstanden, aus dem lockeren Zusammenspiel einer Handvoll amerikanischer Rockmusiker, die sich immer dienstags trafen, lautete die Mär - und dass jeder von ihnen bei diesen Gelegenheiten auf dem Instrument spielte, das er am wenigsten beherrschte

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01. März 2008
The Bosshoss - Stallion Batallion Live Format/Bestellnr.:CD: 1763722 Label: Island Releasedate: 07.03.2008
Mit "Stallion Batallion" haben The Bosshoss einen vorgelegt, jetzt folgt das dazugehörige Live-Album.
Popsongs zu "countryfizieren" ist so neu nicht: Die Jever Mountain Boys taten das schon Mitte der neunziger Jahre. Aber wenn der Witz so gut erzählt wird wie von The Bosshoss, dann hört man ihn auch gerne mehrmals. "Stallion Batallion Live" ist die Konzertausgabe des im vergangenen Herbst erschienenen Studioalbums, und sie funktioniert prächtig. Wer nicht nur hören, sondern auch sehen will, wird ebenfalls bedient: Optional gibt es das Album mit Bonus-DVD. Ride on!
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